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Dienstag, 13. Mai 2014

[Verfilmt] The Virgin Suicides




Zur Rezension der Romanvorlage

Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 1999, U.S.A.
FSK: ab 12
Genre: Drama
Regie: Sofia Coppola ('Lost In Translation')
Hauptdarsteller: James Woods ('Scary Movie 2'), Danny DeVito ('Pulp Fiction'), Kirsten Dunst ('Spider Man')

Darum geht's: Familie Lisbon ist streng religiös, den fünf Töchtern lassen die Eltern kaum Freiheiten. Ihre jüngste Tochter Cecilia versucht eines Tages, mit einem Jesusbild in der Hand, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Auf Rat eines Psychiaters erlauben die Eltern ihren Töchtern daraufhin zum ersten Mal, Jungs nach Hause einzuladen. Die Party nimmt allerdings ein böses Ende: Cecilia begeht Selbstmord, was die Mutter endgültig verstört und ihr den Anlass gibt, ihren verbliebenen Töchter sämtliche Freiheiten einzuschränken…

Meine Meinung: Wie auch das Buch ist der Film sehr ruhig gehalten. Eine kleine Stadt, ein unauffälliges Haus, fünf unauffällige und sehr unterschiedliche Mädchen. Erzählt wird wie im Roman auch aus der Sicht der Nachbarjungen, die aus der Gegenwart über die Ereignisse in der Vergangenheit berichten.
Alles beginnt damit, dass die jüngste Tochter der Lisbons sich versucht umzubringen. Als dies missglückt versucht sie es erneut - auf ihrer eigenen Geburtstagsparty - und hat Erfolg. Aus Angst um ihre vier weiteren Töchter schränken die Eltern diese enorm ein. Der Film erzählt von den versuchen aus dieser Einengung auszubrechen.
Von Anfang an ist dem Zuschauer bewusst, dass alle Mädchen sich umbringen werden. Das ist im Roman ebenfalls so. Die Geschichte erzählt wie es dazu kommen kann. Eine direkte Antwort darauf bekommt man nicht, so dass man sich als Leser/Zuschauer seine eigene Meinung bilden muss.
Die Schauspielleistungen der Kinder ist eher mittelmäßig. Kirsten Dunst sticht hier allerdings heraus. Der Fokus liegt auf ihr. Sie ist das Mittelkind und besonders hübsch und offenherzig. Sie verleiht ihrem Charakter eine geheimnisvolle Art, lässt aber dennoch die versteckte Traurigkeiten ab und an durchscheinen.
Der Selbstmord der Schwestern trifft einen dann doch absolut unerwartet und erschreckte mich auch ein wenig.
Insgesamt hat der Film eine ganz besondere Atmosphäre, die nicht so leicht zu beschreiben ist. Ruhig und monoton auf der einen Seite, aber dennoch bedrückend. Sowohl Buch, als auch Film regen zum Nachdenken an.


Meine moviepilot Bewertung: 6.0 von 10 ('Ganz Gut')

Samstag, 26. April 2014

[Verfilmt] The Silver Linings Playbook




Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2012, U.S.A.
FSK: ab 12
Genre: Komödie / Drama
Regie: Sean McNamara ('The Fighter')
Hauptdarsteller: Bradley Cooper ('Hangover'), Jennifer Lawrence ('Hunger Games'), Robert DeNiro ('Machete')

Darum geht's: Um im Leben voranschreiten zu können, muss man manchmal zunächst zurückgehen. So führt der Anfang von Silver Linings Pat Peoples zurück nach Hause. Der ehemalige Lehrer und Mittdreißiger wurde mit strengen Auflagen aus einer Heilanstalt entlassen, wo er einige Zeit wegen psychischer Probleme zugebracht hatte. Zu den Auflagen gehört auch, dass er jeglichen Kontakt zu seiner Ex-Frau Nikki zu unterlassen hat.
Während seine Mutter ihn vorbehaltlos umsorgt, ist sein Vater Patrick mehr als skeptisch, ob es eine gute Idee war, die Anstalt wieder zu verlassen. Derweil setzt Pat alles daran, sich wieder in Form zu bringen und Nikki wieder zurückzugewinnen. Bei einem Abendessen mit gemeinsamen Freunden lernt er Tiffany kennen. Auch sie leidet an psychischen Problemen, denn sie muss den unerwarteten Tod ihres Mannes verkraften. Ihre Trauerarbeit kompensiert sie durch nymphomanische Tendenzen. Sie verspricht Pat, den Kontakt zu Nikki herzustellen, wenn er mit ihr für ein Tanzturnier trainiert.

Meine Meinung: Ich habe den Film gesehen bevor ich das Buch gelesen habe. Das war wahrscheinlich auch besser so, denn sonst wäre ich vermutlich wahnsinnig enttäuscht gewesen. Der Roman bietet ja eine fantastische Vorlage mit interessanten Charakteren und einer komplexen Geschichte.
Der Film hat mir auf Anhieb gut gefallen, das muss ich definitiv so sagen können. Erst beim Lesen des Romans merkte ich, wie unterschiedlich beide sind und muss beide getrennt sehen, denn soviel sei gesagt: Als Buch-Verfilmung taugt 'Silver Linings' leider nichts.
Der Film legt seinen Fokus komplett auf die Beziehung zwischen Pat und Tiffany und ihr Training für den Tanzwettbewerb. Im Buch hingegen wird dies nur kurz angeschnitten. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass der Film die Beziehung der beiden etwas in Lächerliche zog; ganz nach dem Motto: Zwei Psychos, die sich gefunden haben. Ganz anders habe ich das im Buch empfunden. Dort liegt der Fokus auch mehr auf Pats Entwicklung und seine Rückkehr ins Leben, wobei Tiffany zwar auch eine Rolle spielt, aber eben eine völlig andere als im Film.
Auch die Geschickte um Nikki wird völlig anders behandelt. Wie genau - das möchte ich nicht verraten, aber so, wie es im Buch war, erschien es mir doch logischer.
Der Grund, warum Pat überhaupt in die Psychiatrie eingewiesen wird, erfährt man im Film direkt am Anfang. Im Gegensatz dazu ist man im Buch bis zum Schluss im Unklaren darüber.
Erstaunlich finde ich Bradley Coopers Schauspiel, dass mich sogar noch mehr als Jennifer Lawrence (die dafür ja sogar einen Oscar bekam) begeistert und berührt hat. Seine Darstellung war extrem glaubhaft und spiegelte Pats Charakter perfekt wieder.
Im Großen und Ganzen gefiel mir der Film als solcher sehr, sehr gut. Lediglich als Buch-Verfilmung versagt er für mich!

Meine moviepilot Bewertung: 8,0 von 10 ('Ausgezeichnet')

Sonntag, 12. Januar 2014

[Verfilmt] The Importance of Being Earnest (Ernst sein ist alles)





Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2002, Großbritannien
FSK: ab 0
Genre: Historienfilm /Literaturverfilmung
Regie: Oliver Parker ('Das Bildnis des Dorian Gray')
Hauptdarsteller: Judi Dench ('James Bond'), Colin Firth ('Bridget Jones'), Rupert Everett ('Shakespeare in Love')

Darum geht's: London um 1895. Obwohl er aus gutem Hause stammt, muß Algernon Moncrieff eines Morgens die Beine in die Hand nehmen, um seinen Gläubigern zu entwischen. Er hat auch eine gute Ausrede, um einfach so zu verschwinden: er hat einfach einen kranken Freund erfunden, der auf dem Lande lebt und immer dann Algys Hilfe braucht, wenn sich dieser in der Stadt nicht blicken lassen möchte. Jack Worthing hingegen wurde einst als Findelkind im Bahnhof Victoria Station gefunden und widmet nun sein Erwachsenendasein der Aufsicht über die Großtochter des Mannes, der ihn einst adoptierte. Doch obwohl Cecily Cardew ein reizendes Mädchen ist, muss auch Jack mitunter vor seinen Pflichten flüchten und hat dafür einen Bruder namens Ernst erfunden, der bequemerweise in London lebt.

Meine Meinung: Oscar Wilde gehört ja zu einem meiner Lieblingsautoren und seine Komödie 'The Importance of Being Earnest' ist wirklich super lustig und sehr lesenswert (hat außerdem nur um die 60 Seiten; lässt sich also demnentsprechend in einem Rutsch lesen).
Als ich die Verfilmung von 2002 dann in unserer Stadtbibliothek zufällig entdeckte, habe ich sie mir ausgeliehen. So eine kurze Komödie lässt sich natürlich optimal verfilmen und dazu auch sehr genau. Das war bei dieser Verfilmung auch tatsächlich der Fall. Die Dialoge sind quasi eins zu eins übernommen und auch die Kulissen passten sehr zu meinen Vorstellungen während des Lesens.
Die Schauspieler waren optimal gewählt und spielten auf den Punkt genau, so dass sie das Übetriebene gut darstellten, es aber gleichzeitig nicht ins Alberne bzw. Lächerliche zogen.
Ich persönlich war allerdings ganz froh, die Komödie vorher gelesen zu haben, da ich sonst wahrscheinlich etwas verwirrt gewesen wäre, da die Handlung schon etwas wirr und durcheinander ist (das ist sie im Buch allerdings auch).
Mir hat das Schauen einfach Spaß gemacht. Eine gut inszenierte Literaturverfilmung!

Meine moviepilot Bewertung: 7 von 10 ('Sehenswert')

Donnerstag, 21. November 2013

[BuchVerfilmung] Die Tribute von Panem 2: Catching Fire

 Disclaimer: Die schwarzmarkierten Spoiler sind nicht Spoiler des Film, sondern für alle die, die das Buch nicht kennen! Einfach markieren, dann könnt ihr den Text darunter lesen!

Gestern Abend hatte ich bereits die Chance 'Catching Fire' im Kino in der Vorpremiere zu sehen. Ich war super gespannt, da ich die Bücher liebe und auch der erste Film mir schon wahnsinnig gut gefallen hat, da er die Stimmung des Buches einfach perfekt herüberbringt und sehr nah am Buch ist (im Gegensatz zu Harry Potter ...).
Ich hatte mir im Vorhinein keinen einzigen Trailer angesehen und hatte auch bei vorigen Kinobesuchen das Glück, dass kein Trailer zu 'Catching Fire' lief. Somit wurde ich vollkommen überrascht, was mir persönlich gut so gefällt.
Da ich das Buch zurzeit noch einmal lese und bis zum Kinobesuch nicht sonderlich weit gekommen bin, kann ich das Buch mit dem Film nur aus Erinnerungen vergleichen.
Zunächst einmal muss ich sagen, dass die Kameraführung diesmal nicht so hektich und ruckartig war, wie im ersten Teil. Da war ich schon erleichtert, denn das war wirklich anstrengend gewesen. Bei den Aufnahmen haben wir allerdings alles dabei. Extreme Nahaufnahmen und weitschweifende Landschaftsbilder. Auch gut gestaltet war die Farbgebung des Filmes. Zu Beginn natürlich das District 12 in grauen und braunen Farben, dazu noch das kalte Licht des Winters. Im Kontrast dazu das grün und die kräfitgen Farben des Waldes in der Arena während der Spiele.
Die Schauspieler in diesem Teil sind auch wieder wahnsinnig gut. Finnick als Neuling sehr überzeugend und passend ausgewählt. Aber beeindruckend und atemberaubend ist und bleibt Jennifer Lawrence als Katniss. Ich bin immer wieder unheimlich fasziniert wie sie wirklich jede Emotion wahnsinnig echt herüberbringt, so dass ich nie das Gefühl habe, dass ich dort Jennifer Lawrence sehe, die gerade schauspielert, sondern Katniss, die diese Situation tatsächlich durchlebt.
Die Genuigkeit in der sich der Film am Buch hält ist ebenfalls zufriedenstellend. Teilweise wurden ganze Dialogpassagen komplett 1:1 übernommen! Natürlich müssen hier und da ein paar Sachen ausgelassen oder geändert werden, aber alles wichtige war im Film und ich habe kaum etwas vermisst. Etwas durcheinander war ich beim Tod der verschiedenen Tribute. Diese waren teilweise etwas vermixt oder völlig anders.

Mein Fazit zu dieser Buchverfilmung: Sehr nah am Buch, was mich als Fan derer natürlich freut. Beeindruckende Leistung von Jennifer Lawrence und natürlich auch aller anderen Schauspieler.
Ich habe gelacht, ich habe geweint, habe gezittert, Schmetterlinge im Bauch und Gänsehaut gehabt. Ganz großes Kino!

Freitag, 27. September 2013

[Verfilmt] The Help






Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2011, U.S.A.
FSK: ab 0
Genre: Drama
Regie: Tate Taylor ('Winter's Bone')
Hauptdarsteller: Emma Stone ('Einfach zu haben'), Viola Davis ('Disturbia'), Bryce Dallas Howard ('Eclipse')

Rezension zum Roman

Darum geht's: Jackson in den 1960ern: Aibileen Clark, Minny Jackson und Constantine sind The Help – schwarze Dienstmädchen, die im Haushalt weißer Frauen arbeiten. Sie kochen, putzen und übernehmen die mütterliche Fürsorge für die Kinder ihrer Arbeitgeberinnen.
Eugenia Phelan ist unter der liebevollen Erziehung von Constantine aufgewachsen. Angesichts der Diskriminierung, die sie umgibt, nutzt die frisch von der Uni in ihre Heimat am Mississippi zurückgekehrte Eugenia, auch Skeeter genannt, ihr schriftstellerisches Talent, um auf die gesellschaftlichen Missstände ihrer Zeit aufmerksam zu machen. Sie will ein Buch schreiben, das den Frauen, die ihr Leben dem Haushalt und den Kindern fremder Frauen widmen, eine Stimme gibt. Nach anfänglichen Bedenken kann Skeeter Aibileen für ihr Buch gewinnen und schließlich will auch die resolute Minny ihre Geschichte erzählen. Doch das mutige Vorhaben droht zu scheitern. Um das Buch zu veröffentlichen, muss Skeeter noch mehr schwarze Dienstmädchen überzeugen, ihr Schicksal offenzulegen. Doch in Zeiten der rassistischen Diskriminierung haben diese Angst, ihre Anstellung zu verlieren. Auch bei Hilly Holbrook stößt Skeeters aufklärerisches Buch auf erbitterten Widerstand. Die auf strikte Rassentrennung bestehende Hilly will gerade ihre Initiative für getrennte Toilettenbenutzung durchsetzen. Skeeter steht allein auf weiter Flur, doch sie gibt nicht auf.

Meine Meinung: Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich das Buch 'The Help' gelesen und war begeistert von dem Roman der - zu Recht - ein Bestseller ist. Kurz darauf kaufte ich mir die DVD, die seitdem bei mir im Regal stand. Mit seinen zweineinhalb Stunden gehört der Film wirklich nicht zu den kurzen und wahrscheinlich habe ich mich deshalb gescheut ihn einfach mal zu gucken.
Nun hatte ich auf einer 7-stündigen Zugfahrt viel Zeit und guckte 'The Help'.
Nun muss man ja sagen, dass 'The Help' bei den Oscars 2011 ordentlich abgeräumt hat und das auch völlig zurecht.
Bei diesem Film stimmt einfach alles. Ich bin begeistert, wie die Drehbuchaturoen es geschafft haben den Roman sehr exakt zu übernehmen und es dennoch nicht langweilig wird. Auch das Feeling während des Films ist sehr ähnlich zu dem, welches ich während des Lesens hatte. Der Film hat alle Gefühlselemente die ein Film braucht: Ich konnte lachen und hätte auch weinen können, wenn ich nicht im Zug gesessen hätte.
Auch der fast scgon satirische Witz des Roman geht im Film nicht verloren..
Die Schauspieler sind auch fantastisch! Ich bin sowieso ein großer Fan von Emma Stone, die mich auch hier wieder überzeugen konnte. Auch den restlichen Darstellern habe ich die Rollen sofort abgenommen.
Abgerundet wird der Film mit tollen Bildern und einer wunderbaren Filmmusik von Thomas Newman.
Für mich eine perfekte Buchverfilmung mit einem wunderbaren Wohlfühlerlebnis!

Meine moviepilot Bewertung: 8,5 von 10 ('Ausgezeichnet')

Samstag, 8. Juni 2013

[Verfilmt] One Day (Zwei an einem Tag)






Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2011, GB
FSK: ab 12
Genre: Drama
Regie: Lone Scherfig ('An Education')
Hauptdarsteller: Anne Hathaway ('Brokeback Mountain'), Jim Sturgess ('21'), Jodie Whittaker ('Attack the Block')

Darum geht's: Die Zwei, die sich in Zwei an einem Tag am 15. Juli im Jahr 1988 auf einer Feier zum ersten Mal treffen sind Emma und Dexter. Anstatt sich auf eine gemeinsame Nacht einzulassen, entscheiden sich die beiden dafür, einfach nur Freunde zu sein. Doch was die Zwei an einem Tag – nämlich jedes Jahr am 15. Juli – miteinander teilen, ist viel mehr als eine gewöhnliche Freundschaft. Denn jedes Mal, wenn einer von ihnen einen Schicksalschlag hinnehmen muss, ist der andere nicht weit entfernt.

Meine Meinung: Nachdem ich 'One Day' gelesen hatte (zu meiner Rezension), war ich sehr gespannt auf die Verfilmung mit Anne Hathaway. Ein wenig verwundert war ich über die Besetzung schon, den schließlich geht es ja um zwei Briten. Anne Hathaway und Jim Sturgess haben wohl anscheinend ein Training in britischem Akzent mitmachen müssen, überzeugend war das jedoch nicht. Hier bleibt für mich die Frage: Warum nicht gleich britische Schauspieler nehmen? Von denen gibt es ja auch einige. Schade!
Vom Äußeren her passten beide jedoch schon und ich fand es beeindruckend zu sehen, wie sich die beiden über die Jahre hinweg verändern, sowohl modisch, als auch im Äußeren. Das wurde von Maske und Kostüm extrem gut gemacht.
Die Charaktereigenschaften, wie sie im Buch beschrieben sind, waren für mich nicht überzeugend dargestellt. Emma wirkte wie eine 08/15-Frau, die erst Lehrerin wird und dann Erfolge als Autorin feiert. Im Buch allerdings ist sie mt ihrer beruflichen Laufbahn absolut nicht zufrieden und hat einige Schwierigkeiten und Tiefs, die im Film nur kurz angeschnitten werden.
Dexter war für meinen Geschmack zu wenig 'Arschloch' im Film. In der Mitte des Buches hat auch er ein ordentliches Tief und hasst sein Leben abgrundtief und versucht das auch in Alkohol zu ertränken und benimmt sich dabei schrecklich. Auch das wird nur kurz angerissen.
Alles ist irgendwie verschönt und zeigt eher die schönen Augenblicke der Beiden als die Schwierigkeiten um die es im Buch geht. Das macht den Film für mich sehr oberflächlich und nicht besonders.
Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es sehr schwierig ist, den Film zu sehen, ohne das Buch gelesen zu haben. Ich habe ihn mit meiner Schwester gesehen, bei der genau dies der Fall war. Immer wieder fragte sie mich Dinge zum Inhalt und Fragen wie 'Wann ist das denn passiert? Das habe ich garnicht mitbekommen.'. Alles scheint wie eine schnelle Zusammenfassung der Ereignisse, die aber nicht wirklich den Ton des Buches trifft.
Für mich war der Film im Vergleich zum Buch ein Reinfall. Schade, denn mit dieser Romanvorlage hätte man sicher einen tollen Film schaffen können.

Meine moviepilot Bewertung: 5,5 von 10 ('Geht so')

Donnerstag, 30. Mai 2013

[Verfilmt] Jane Eyre (Vgl. 2006 BBC Miniseries vs. 2011 Kinofilm)

Da ich ja im letzten Monat 'Jane Eyre' gelesen habe und sehr begeistert war, war ich gespannt auf die diversen Verfilmungen.
Entschieden habe ich mich für die neuesten Verfilmungen in sehr unterschiedlichen Formaten: Die BBC-Miniseries kenne ich schon von anderen Klassikern. Sehr detailgetreu werden hier die Bücher verfilmt. Das dauert natürlich: Somit hat der Film eine Länge von fast 4 Stunden.
Im Gegensatz dazu habe ich mich die Kinoverfilmung aus dem Jahre 2011 mit Starbesetzung (Michael Fassbender, Judi Dench) angesehen. Dieser Film dauert ca. 2 Stunden.
Nun aber zu den einzelnen Verfilmungen:

BBC-Miniseries:
Leider habe ich hierzu keinen Trailer gefunden, sondern nur kleine Musikvideos.



Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2006, GB
FSK: ab 6
Genre: Drama
Regie: Julian Amyes ('An vorderster Front') & Susannah White ('Eine zauberhafte Nanny 2')
Hauptdarsteller: Ruth Wilson ('Anna Karenina'), Toby Stephenson ('James Bond - Stirb an einem anderen Tag')

Darum geht's: Die Vollwaise Jane Eyre hat eine freudlose und harte Kindheit in der Erziehungsanstalt Lowood hinter sich, als sie auf dem Herrensitz Thornfield eine Stellung als Erzieherin annimmt. Der egozentrische Hausherr Mr. Edward Rochester fühlt sich von Jane sofort angezogen, und die beiden beschließen zu heiraten. Doch dann erfährt sie ein grauenhaftes Geheimnis...



Meine Meinung: Ein wenig skeptisch war ich schon, bevor ich mich an die 4-stündige Miniseries von BBC setzte. Kann ein so langer Film (bzw. 4 kurze) wirklich spannend sein und die Geschichte so wiedergeben, dass sie mich begeistern kann, wie die Romanvorlage?
Die Besetzung ist ja zunächst einmal sehr unbekannt. Ich kannte von den Schauspielern vorher noch keinen, bis auf Georgie Henley, die Jane als Kind spielt (Georgie Henley hat bei allen drei Narnia-Filmen Lucy Pevensie gespielt). Doch die Auswahl der Schauspieler war perfekt. Ruth Wilson spielt Jane Eyre. Mit ihren dunklen Haaren, der hellen Haut und den unverwechselbaren Lippen ist sie nicht gerade das was man unter einen Schönheit versteht. Doch genau das ist es was Jane Eyre schließlich ausmacht. 
Mr. Rochester wird von Toby Stephenson gespielt (der übrigens der Sohn von Meggie Smith ist) und er spielt die Rolle so glaubhaft und überzeugend, dass ich mir niemanden hätte besser vorstellen können, als ihn. Sein düsterer Charakter, der sich ein wenig aufhellt, als er Jane trifft. Die Leidenschaft mit der er ihr begegnet und manchmal auch Wut und Hass. Eine tolle Leistung von beiden Hauptdarstellern.
Wie man sich bei vier Stunden sicher denken kann, ist das Buch sehr genau verfilmt und doch noch einiges hinein interpretiert worden. Damals konnte natürlich nicht alles so offen geschrieben werden, wie man es heute kann, aber die Regisseure und Drehbuchautoren haben tolle Arbeit geleistet und die Lücken so gefüllt, dass man denken könnte, es wäre nie anders gedacht gewesen. Eine Ausnahme gab es allerdings: Das Ende. Da wurde eine Art 'Epilog' dazugesponnen, der einfach zu viel des guten war. Man könnte es mit Harry Potter 7 vergleichen: Auf das Happy Ende wird ein super cheesy Happy End draufgesetzt. Das hätte ich nicht gebraucht, kann aber über diese 2 Minuten auch hinwegsehen.
Insgesamt konnte mich Atmosphäre und Umsetzung des Buches voll und ganz überzeugen und die Zeit verging während des Schauens wie im Fluge. Als der Film zu Ende war, hätte ich ihn am liebsten noch einmal geschaut!

Meine moviepilot Bewertung: 9,0 von 10 ('Herausragend')



Kinofilm:

Infos zum Film:
Erscheinungsjahr, -ort: 2011, GB
FSK: ab 12
Genre: Drama
Regie: Cary Fukunaga ('Sin Nombre')
Hauptdarsteller: Mia Wasikowska ('Alice in Wonderland'), Michael Fassbender ('Shame'), Judi Dench ('James Bond')

Darum geht's: Nach einer sehr schweren Kindheit zieht Jane Eyre los, um als Kindermädchen zu arbeiten. Jane Eyre findet eine Anstellung in einer wohlhabenden Familie. Der Hausherr Edward Rochester überschattet mit seiner düsteren, mürrischen und unberechenbaren Art jedoch ihre Arbeit. Jane Eyre kommt ihrem Arbeitsgeber nach kurzer Zeit näher. Aus einer anfänglichen Freundschaft wird bald Leidenschaft. Es scheint, als könnte Jane Eyre nun zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich sein. Edward Rochester trägt jedoch ein schweres Geheimnis mit sich. Kann die Vergangenheit alles zerstören?

Meine Meinung: Die Handlung von Jane Eyre auf zwei Stunden Kinofilm komprimiert, kann das gut gehen?
Dieser Cast, auch wenn er deutlich bekannter ist, konnte mich nicht so sehr überzeugen, wie der der BBC-Miniseries. Mia Wasikowska als Jane Eyre ist sehr gelungen und sie spielt auch sehr gut, dennoch fehlte mir das gewisse Etwas: Die Mischung aus Intelligenz, Unschuld und Unabhängigkeit.
Mit Michael Fassbender als Mr. Rochester konnte ich mich absolut nicht anfreunden. Ich fand, dass sein Charakter nicht wirklich dargestellt wurde. Mir fehlte einfach ab und an die 'softe' Seite an ihm. Fassbender zeigte nur seine harte Seite und viel Aggressivität. Das drückt natürlich ein wenig den Spaß am Film, wenn einer der Hauptdarsteller nicht gefällt.
Auch die Stimmung, wie sie im Buch herrscht, war nicht wirklich so umgesetzt, wie ich es mir gewünscht und vorgestellte hatte. Immer war es ein bisschen zu viel von allem. Besonders gruselige Szenen wurden ausgekostet und ausgedehnt und wiederholt. Auch wenn im Roman generell eine eher düstere Stimmung herrscht, kommt auch irgendwann der Wendepunkt, der mir hier einfach fehlte. Die Stimmung blieb gleich.
Von der Geschichte wurde einiges ausgelassen. Natürlich muss man den Film für das Kino auf Spielfilmlänge kürzen, aber es fällt einfach auf und wenn man das Buch kennt, stört es auch. Der Film wirkt dadurch sprunghaft und abgehackt.
Ich denke, dass man sich den Film angucken kann um einen Überblick über das Geschehen im Roman zu bekommen. Ebenfalls denke ich, dass er filmtechnisch sicherlich gut gemacht ist und jemandem, der Historien-Romanzen gerne schaut, sehr gut gefallen wird. Als Literaturverfilmung jedoch fällt der Film für mich durch und ist somit eine echte Enttäuschung gewesen!

Meine moviepilot Bewertung: 6 von 10 ('Ganz gut')



Verwirrt? Wer soll jetzt was anschauen?

Die BBC-Miniseries sollten sich alle die anschauen, die das Buch bereits gelesen haben und sich auf eine gute Literaturverfilmung freuen. Auch die, die generell gerne Literaturverfilmungen schauen und die Geduld dafür mitbringen, können sich die Miniseries anschauen.

Den Kinofilm rate ich alle denen, die das Buch nicht gelesen haben. Entweder ist es gut als kleine Vorbereitung und Zusammenfassung (Worum geht es eigentlich?) oder auch wenn man nicht vorhat das Buch zu lesen und trotzdem gerne Filme dieser Sorte sieht (Pride & Prejudice, Abbitte...)