Dienstag, 5. März 2013

[Rezension] Jürgen Schmidt - Der lange Weg nach Amouliani



Jürgen Schmidt - Der lange Weg nach Amouliani

Inhalt: Dieser Sommer wird heiß. Der Himmel ist voller Geigen und dazwischen leuchtet Hale-Bopp, der Jahrhundert-Komet. Die Frau am Fenster des Hauses gegenüber hat magische Kräfte. Frank fühlt sich unwiderstehlich von ihr angezogen und überlegt fieberhaft, wie er seinen blonden Traum erobern könnte, dessen Namen er auf „Barbara“ taxiert. Während sich vor seinem eher theoretisch ausgerichteten Auge schöne und skurrile Szenen abwechseln, wird er langsam auch im richtigen Leben aktiv. Leider zunächst stümperhaft, ein moderner „Hans-guck-in-die-Luft“ eben. Wird es ihm trotzdem gelingen, Barbara näher zu kommen?

Genre: Gegenwartsliteratur

eBook
Seiten: 120
Preis: 2,99€
Verlag: Satzweiss

Meine Meinung:
Mit nahezu keinen Erwartungen bin ich an 'Der lange Weg nach Amouliani' herangegangen. Die Inhaltsangabe verrät nicht allzu viel, also wusste ich quasi garnicht, worauf ich mich dort einlasse.
Jürgen Schmidts Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Ich würde als sehr nüchtern und auf-den-Punkt-gebracht beschreiben. Man findet keine überflüssigen Beschreibungen oder Ausschmückungen. Das gefiel mir wirklich sehr gut. 
Die Geschichte wird nur aus der Sicht des Hauptcharakters Frank erzählt. Somit hören wir hier nur Innere Monologe und kaum wörtliche Rede. Da Franks Erfahrungen dargestellt werden, passt diese Perspektive sehr gut und ließ sich sehr leicht lesen.
Durch diese eingeschränkte Perspektive bekommt man einen sehr genauen Einblick in Franks Leben und Gedankenwelt. Das fand ich sehr interessant, denn Frank hat einen interessanten, wenn auch eher merkwürdigen und schrägen Charakter. Die Art und Weise, wie er sich auf seine Nachbarin fixiert, von der er quasi nichts weiß, war wirklich wunderbar beschrieben und es machte großen Spaß das Ganze zu verfolgen.
Mit den Nebencharakteren kam ich allerdings sehr durcheinander. Teilweise blieben Franks Freunde mir nicht im Gedächtnis und wenn sie dann erneut auftauchten, war ich verwirrt.
Die Story ist durchdacht und gut geschrieben. Im Prinzip beschreibt der Autor Franks Versuche sich seiner großen Liebe (und Nachbarin) Barbara anzunähern. Seine Versuche dabei sind teilweise wirklich verrückt und lustig. Desöfteren musste ich grinsen, weil Frank einfach so ein merkwürdiger Typ ist. Bis zum Schluss fieberte ich mit und war gespannt, wie das ganze enden würde. Teilweise gab es einige Stellen, an denen sich die Geschichte etwas zog, das war aber nicht weiter schlimm.
Fazit: Im Großen und Ganzen gefällt mir 'Der lange Weg nach Amouliani' wirklich gut und ich kann es als Lektüre für nebenbei empfehlen, da man es aufgrund der 120 Seiten schnell durchhat.

Bewertung: 4 von 5 Sternen

Herzlichen Dank an Jürgen Schmidt für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Kommentare:

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  3. Hi, Hannah.
    Eine Geschichte in etwa wie ein Bonbon, das wir uns mit geschloßenen Augen aus einer Schachtel ziehen. Nicht Kunst für die Ewigkeit, aber Origami für den Nachttisch.
    Frank erscheint mir hier wie ein Platzhalter für all die Menschen, denen es in Abstrichen ähnlich geht. Zwar scheint man/frau das Glück erspäht zu haben - lediglich der Weg dorthin erscheint vollkommen verwirrend, herausvordernd, ungewiß.
    Du hattest ein Lesevergnügen. Etwas, das manch ein Buch nicht zu bereiten vermag.

    bonté

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